Native Advertising im Blogformat ist wie die Kür im Eiskunstlaufen. Es kommt auf die kunstvolle Ausführung von Sprüngen, Pirouetten und Schritten an bzw. im “Native Advertising Blog” auf die regelmässigen, gut recherchierten, redaktionell aufgesetzten Inhalten mit Fachwissen und Mehrwert.

Wikipedia beschreibt “Native Advertising” als eine Form der Internetwerbung, bei der versucht wird, die Aufmerksamkeit der Internetnutzer durch ein Angebot von Inhalten zu erlangen. Die Inhalte ähneln stark dem Angebot, das den Internetnutzern bereits bekannt ist; es wird so platziert, dass es primär nicht als Werbung wahrgenommen wird. Die Absicht der Werbenden ist es, die bezahlte Werbung so zu gestalten, dass diese weniger aufdringlich wirkt und doch die Aufmerksamkeit der Nutzer auf sich zieht. Ein altbekanntes Beispiel ist die Publi-Reportage.

PubliReportage_Sporttip_Print_Agentur am Wasser

 

Gekennzeichnetes Native Advertising umfasst Virales Marketing, darunter Videos, Bilder und Musik, aber auch Artikel. Auch das Suchmaschinenmarketing, bei dem Werbeanzeigen (AdWords-Kampagnen) oberhalb der gewohnten und erwarteten Suchresultaten angezeigt werden, und verschiedene Werbestrategien auf Twitter (bezahlte Tweets, Trends und Personen) zählen dazu. Auch bei Facebook ist es üblich, bezahlte (gesponserte) Inhalte in die Timeline der Nutzer einzuschleusen. Dasselbe gilt für Tumblr.

Twitter_gesponsert_SPsolution

 

Facebook_gesponsert_SPsolution

 

Content Marketing ist dann eine Native-Advertising-Technik, wenn auf die Zielgruppe abgestimmte bezahlte informative, beratende und unterhaltsame Artikel unter die redaktionellen Artikel eines Mediums gemischt werden oder bezahlte Inhalte in einer sogenannten “Folgende Inhalte könnten Sie auch interessieren”-Liste gegenüber redaktionellen Artikeln besonders prominent gereiht werden. Native Advertising im Blogformat basiert auf das Content Marketing-Prinzip und kann als eigenständiges Themen-Special in einem Medium leben und überleben. Hier das einzig mir bekannte Beispiel:

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Die Handels Zeitung ist das einzige Wirtschaftsmedium, das sich mit dem Thema Spedition und Logistik vertieft befasst. Logistik Specials in Printform gibt es schon seit mehreren Jahren. Neu wurde ein Online-Logistik Special mit dem Kunden kreiert. Der Redaktionsplan wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Redaktionsteam der Handels Zeitung erstellt mit definierten Artikeln von der Handels Zeitung und vom Kunden, welche genauso sachlich und gut fundiert aufbereitet werden mussten, die den Namen Content Marketing Strategie auch wirklich verdienen.

Das Ziel einer solchen Content Marketing Strategie im Dienstleistungssektor (wo Verkaufsprozesse lang und immer auch eine Entscheidergruppe dahinter steht) ist sich als Know how-Führer in seinem Gebiet zu positionieren, um bei Ausschreibungen oder Evaluationen eines neuen Dienstleistungsanbieters “top of mind” zu sein.

Weitere Ziele sind die Nutzung der vielen Visitors auf einem etablierten (Online-)Medium, um durch Social Widgets (liken, teilen, kommentieren) für alle gängigen Plattformen viral zu werden. Übrigens eine schwierige Aufgabe für ein Dienstleistungsunternehmen, noch dazu im B2B, Viralität oder Reichweite mit der eigenen Website zu erreichen, da die kritische Masse an Besuchern fehlt.

 

Win-Win

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PS: das wäre dann klar gekennzeichnetes Native Advertising 😉

Die Medienbranche kämpft seit längerer Zeit um ihre Auflagenzahlen. Die fortschreitende Digitalisierung, wo Inhalte zu einem grossen Teil ins Netz wandern und nicht mehr so einfach zu monetarisieren sind, ist eines der wichtigsten Gründe, wieso sich Verlagshäuser neue Vertriebsmodelle einfallen lassen müssen.

Bei solchen Kooperation gibt es aus meiner Sicht nur Gewinner. Unternehmen profitieren von journalistischem, neutralem Content, welcher wiederum in den eigenen Kommunikationskanälen verwertet werden kann (Website, Newsletter, Microsites, Social Media Plattformen) und von der engen Zusammenarbeit mit einer Redaktion / einem Verlagshaus. Sie wiederum profitieren vom Fach-Know-how der Unternehmen (das teilweise brach liegt), sparen Ressourcen ohne Themenverluste, was in Zeiten von immer kleiner werdenden Redaktionsteams nicht zu unterschätzen ist.

 

Kooperation und gemeinsame Wertschöpfung

Ich persönlich sehe ein grosses Potenzial für Dienstleistungsunternehmen im Business to Business sowie Medienhäuser mit spezifischen Themen Specials. Weg von klassischen Medienmitteilungen. Hin zu Co-Working-Content-Strategien mit regelmässigen, gut recherchierten, redaktionell aufgesetzten Inhalten mit Fachwissen und Mehrwert. Und viel Herzblut…

Native Advertising in dieser Form kann man gut mit Social Media Hubs und Curated Content vergleichen und  alle haben sie das gleiche Ziel. Nämlich mit Fachkompetenz brillieren. Es ändert nur die Plattform bzw. der Entscheid, ob man die User in einem Medienumfeld oder auf der eigenen „Website“ begrüssen will. Wenn es dann trotzdem noch als Native Advertising bezeichnet wird…Na und.

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Gewusst?

Bilderstrecken bzw. Beiträge mit vielen Bildern generieren mehr Klicks. Sehr fachspezifische Themen sprechen weniger an. Ergo: Jedes Unternehmen mit komplexen, Fachthemen sollte immer an eine bildhafte Umsetzung denken, zum Beispiel mit Infografiken oder Bilderstrecken. Interviews werden immer mit Interesse geklickt. It’s a people thing!

 

Mehr erfahren?

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